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Schemazeichnung Zeckenentfernung Erste Hilfe:

Bisse und Stiche
 
Hunde- und Katzenbisse
Diese sind durch oft nur nadelspitzgroße Einstiche der Fangzähne, sehr schwer zu erkennen und heilen zunächst scheinbar problemlos zu. Unter den Krüstchen entwickelt sich leicht eine gefährliche Wundinfektion, da die Keime aus der Maulhöhle unter Luftausschluss (im Gewebe unter der Haut) prima leben können. Es entsteht eine Unterhautphlegmone oder ein Abszess mit schweren Allgemeinstörungen, unter Umständen sogar bis hin zur Blutvergiftung.
Maßnahme
Gute Wundversorgung und besser in jedem Fall vorsorglich eine Antibiotika-Therapie durch den Tierarzt.

Zeckenbisse
Zecken lauern dem Hund in Hecken und im Unterholz des Waldes oder Gartens auf.

Sie beißen sich meist dort fest, wo die Haut dünn oder warm ist (Zwischenschenkel-, Hals- oder Nackenbereich), oft auch an allen anderen Körperstellen (sogar auf der Zunge).
Vorbeugung
1.

Die sich im Handel befindlichen "Anti-Zecken-Mittel" (Halsbänder etc.) sind von ihrer Wirkung her als sehr fraglich zu beurteilen.
Fragen Sie Ihren Tierarzt um Rat.

2.

Untersuchen Sie das Fell Ihres Hundes in der warmen Jahreszeit täglich auf Zecken.

Maßnahmen
1.

Zecke mit Pinzette oder Zeckenzange am Kopf fassen und herausdrehen, keine Vorbehandlung (z. B. mit Ölen).

2.

Bissstelle desinfizieren und mit Wundsalbe behandeln.

3.

Bei Lähmungen (Gesicht, Beine, Atemmuskulatur) den Tierarzt aufsuchen.

4.

Einige Tage Allgemeinbefinden kontrollieren.

Insektenstiche
Durch die Allergen-Wirkung vieler Insektengifte (Biene, Wespe, Hornisse) oder deren Speichel (Mücke, Bremse) kommt es an der Einstichstelle schnell zu starken Schwellungen (Ödem) und Schmerz (evtl. können Sie einen plötzlichen Aufschrei des Hundes beobachten und heftiges Belecken einer Körperstelle bzw. Kratzen).

Bei Stichen innen im Maul / Rachen (z.B. Wespe im Fressnapf) oder außen im Halsbereich droht wegen der Schwellung (besonders stark bei Schleimhäuten). Erstickungsgefahr!
Maßnahmen
1.

Schwellung durch Auflegen von Cold-Packs und / oder feucht-kalten Umschlägen mit Essigsaurer Tonerde stoppen.

2.

Weiterhin kann auch Essigwasser oder Salmiak-Geist oder eine rohe Zwiebelscheibe genommen werden (nicht in Maul-, Nasen-, Augenregion).

3.

Antihistaminika-Gel auftragen.

4.

Hund am ständigen Belecken hindern (kann zu Ekzem führen), indem Sie ihm T-Shirt, Halskragen oder einen Strumpf anziehen.

Stiche in Maul oder Halsregion
Es besteht Erstickungsgefahr, deshalb
1.

Schnellstens zum Tierarzt (Corticoid-Therapie).

2.

Hals / Maul von außen mit Cold-Packs behandeln, wenn dies vom Hund geduldet wird.

3.

Frische Luft, soviel wie möglich (Fenster auf, Luft zufächeln).

4.

Kaltes Wasser trinken lassen.

5.

Hund in Lage / Körperhaltung lassen, die er selbst einnimmt.